KAPITEL 6: FINANZIERUNG

Artikel 6.1 Beiträge
Die Beiträge sind während der Versicherungsdauer gemäss Artikel 3.3 (Beginn und Ende der Versicherung) geschuldet, spätestens jedoch bis zum Beginn des Anspruchs auf Altersleistungen bzw. bis zum Ende des Monats, in dem der Versicherte gestorben ist, vorbehaltlich einer Befreiung von der Beitragszahlung gemäss Artikel 5.12.
Die Beiträge bestehen aus:
1) Sparbeiträgen, die für die Finanzierung der Spargutschriften, die dem Sparkonto gutgeschrieben werden, bestimmt sind (Artikel 5.2);
2) Beiträgen für die Deckung der Risiken und Gebühren, die für die Deckung der Risiken Invalidität und Tod (Artikel 5.9 bis Artikel 5.19) sowie für jene der anderen Aufwände der Stiftung bestimmt sind.

In den nachfolgenden Tabellen entspricht das Alter der Differenz zwischen dem Berechnungsjahr und dem Geburtsjahr des Versicherten.
Geltende Sätze für die Sparbeiträge in Prozenten des versicherten Lohns:

Sparbeiträge

Alter   Versicherter   Unternehmen   Total
18–25 Jahre   0,0%   0,0%   0,0%
25–34 Jahre   3,5%   3,5%   7,0%
35–44 Jahre   5,0%   5,0%   10,0%
45–54 Jahre   7,5%   7,5%   15%
ab 55 Jahren   9,0%   9,0%   18,0%

Der Beitragsatz zur Deckung der Risiken und der Gebühren wird vom Stiftungsrat den Kosten entsprechend beschlossen.
Die Hälfte dieses Beitrages wird den Versicherten zu Lasten gelegt, die andere Hälfte dem Unternehmen.
Das Unternehmen zieht den Versichertenbeitrag vom Lohn ab.
Es ist also alleinige Schuldnerin der Beiträge gegenüber der Stiftung.
Das Unternehmen überweist seinen Beitrag monatlich zusammen mit den Beiträgen, die von den Löhnen der Versicherten abgezogen wurden, an die Stiftung.
Mit der Zustimmung des anerkannten Experten für die berufliche Vorsorge darf der Stiftungsrat:
1) die Beiträge der Versicherten vorübergehend kürzen oder aussetzen,
2) die Beiträge des Unternehmens vorübergehend kürzen oder aussetzen, indem sie die Versichertenbeiträge mindestens proportional kürzt oder parallel aussetzt.
Ein solcher Entscheid darf die Umsetzung aktueller und künftiger Vorsorgeziele keinesfalls gefährden.

Artikel 6.2 Reserven für künftige Beiträge des Unternehmens
Im Rahmen der steuerlichen Bestimmungen kann das Unternehmen künftige Beiträge im voraus im Sinne einer Reserve bezahlen.
Sofern die durchschnittliche Rendite der Anlagen der Stiftung im betreffenden Kalenderjahr positiv war, wird diese Reserve verzinst.
Der Satz wird vom Stiftungsrat festgelegt und übersteigt weder den Zinssatz der Sparkonten der Versicherten noch die durchschnittliche, auf den Anlagen der Stiftung im betreffenden Kalenderjahr erzielte Rendite.
Weist die Stiftung eine Unterdeckung auf, kann das Unternehmen die Beiträge gemäss den steuerlichen Bestimmungen zusammen mit einer Verzichtserklärung für die Verwendung der Beiträge auf ein separates Konto für Beitragsreserven überweisen.
Dieses Konto, das den Betrag der Unterdeckung nicht übersteigen darf, trägt keine Zinsen.
Es wird gemäss den gesetzlichen Bestimmungen verwendet.

Artikel 6.3 Einkäufe des Versicherten
Im Rahmen der Regeln bezüglich der medizinischen Vorbehalte kann der Versicherte vor dem Eintritt eines Vorsorgefalls jederzeit, jedoch höchstens einmal pro Jahr einen Einkauf tätigen. Wenn die Stiftung oder andere Vorsorgeeinrichtungen Vorbezüge für die Wohneigentumsförderung gemäss
Artikel 5.21 gewährt haben, kann ein Einkauf nur erfolgen, wenn die Vorbezüge zurückerstattet wurden, ausser es handle sich dabei um einen Einkauf gemäss Artikel 5.22 (Scheidung).
Aufgrund der gesetzlichen und steuerlichen Bestimmungen ist der Einkaufsbetrag beschränkt auf die positive Differenz zwischen:
1) der Summe der Spargutschriften gemäss Artikel 5.2 (Sparkonto) am 1. Januar nach Vollendung des 24. Altersjahres des Versicherten am Einkaufsdatum, angewandt auf den versicherten Lohn am Einkaufsdatum, und
2) dem Betrag auf dem Sparkonto am Einkaufsdatum.

Artikel 6.4 Vorfinanzierung einer vorzeitigen Pensionierung
Wenn ein Versicherter keine Einkäufe gemäss Artikel 6.3 tätigen kann und er der Stiftung schriftlich seine Absicht mitteilt, sich vorzeitig pensionieren zu lassen (Artikel 5.4), kann er mit zusätzlichen Zahlungen und höchstens einmal jährlich die Differenz zwischen der voraussichtlichen Altersrente zum Zeitpunkt des ordentlichen Schlussalters und der Altersrente zum Zeitpunkt der geplanten vorzeitigen Pensionierung einkaufen.
Die gemäss dem ersten Absatz überwiesenen Beträge einschliesslich deren Zinsen werden bei der Berechnung der voraussichtlichen Altersrente zum Zeitpunkt des Schlussalters nicht berücksichtigt.
Tritt der Versicherte zum Zeitpunkt der vorzeitigen, vorfinanzierten Pensionierung nicht aus dem Unternehmen aus, wird kein Sparbeitrag mehr erhoben.
Allfällige rechtliche und steuerliche Beschränkungen bezüglich der Höhe der Leistungen werden in jedem Fall eingehalten.

Artikel 6.5 Einkäufe und freiwillige Beiträge des Unternehmens
Der Stiftungsrat kann das Unternehmen ermächtigen, im Rahmen der gesetzlichen und steuerlichen Bestimmungen Einkäufe für Versicherte zu tätigen oder freiwillige Beiträge zur Verbesserung der Leistungen für die Versicherten zu leisten.

Artikel 6.6 Freies Stiftungsvermögen
Die Restbeträge aus
1) Einkünften der nicht zugewiesenen Stiftungsguthaben,
2) Finanzierungsüberschüssen,
3) vom Versicherer ausgerichteten Leistungen (Artikel 2.3),
4) Überschüssen aus Mortalität, Invalidität oder Langlebigkeit,
5) Zuschüsse des Sicherheitsfonds,
6) allfälligen Spenden, Vermächtnissen usw.,
7) sowie Beträge sonstiger Herkunft
gelten als erworbenes Vermögen der Stiftung, das ihr ermöglicht, ihren kurzund langfristigen Verpflichtungen nachzukommen.
Der nicht verwendete Restbetrag entspricht dem freien Stiftungsvermögen.
Der Stiftungsrat kann beschliessen, dieses freie Stiftungsvermögen ganz oder teilweise zu verteilen. Mit der Zustimmung des anerkannten Experten für die berufliche Vorsorge entscheidet er dann aufgrund objektiver, mathematischer Kriterien und gemäss den BVG-Bestimmungen über den Bezügerkreis, die Form und die zu verteilenden Beträge.


nach oben